Europameistertitel für Schattner

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in News

Der gelernte Triathlet wagt sich in die Welt des Biathle und Triathle

In Weiden (Opf.) fanden am letzten Wochenende die Europameisterschaften im Biathle und Triathle statt. Eine Sportart die sich z.B. in Großbritannien, der iberischen Halbinsel und dem Baltikum großer Beliebtheit erfreut, muss vielen in Deutschland noch erklärt werden. Entstanden ist das Ganze aus dem Modernen Fünfkampf, der wiederum aus Springreiten, Degenfechten, Pistolenschießen, Schwimmen und Laufen besteht. Da hier auch weniger populäre Sportarten gefordert sind, haben die Modernen Fünfkämpfer traditionell mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Um nun Menschen an diesen abwechslungsreichen Mehrkampf heranzuführen, entstand die Idee eine reduzierte Variante anzubieten, die ohne Springreiten und Fechten auskommt (Triathle) oder auch noch auf das Schießen verzichtet (Biathle). Den eigentlichen Zweck der Nachwuchsförderung erfüllte diese Idee zwar nicht, jedoch stießen diese Wettkampfformate auf so großes Interesse, dass sich eine eigene Szene daraus entwickelt hat. So wird in England Biathle und Triathle als Schulsport angeboten und am 28. und 29. Juli trafen sich nun die unterschiedlichsten Nationen zu den offenen Europameisterschaften in Weiden. Sogar eine Delegation aus Japan ist angereist, um sich mit ihrer europäischen Konkurrenz zu messen.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Triathle. Hier müssen zuerst fünf Ziele mit einer Laserpistole getroffen werden, danach wird im See geschwommen und anschließend gelaufen, bevor es wieder zum Schießstand geht; denn die Reihenfolgen Schießen-Schwimmen-Laufen muss insgesamt viermal durchlaufen werden. Dadurch sind viele Führungswechsel vorprogrammiert, was den Sport für die Zuschauer zusätzlich interessant macht. Für Schattner, der in der Klasse 50+ startete, bedeutete dies 4 mal 5 Ziele treffen, 50m schwimmen, 600m laufen. Durch die kurzen, heftigen Sprintstrecken, wird der Puls in die Höhe getrieben, was beim Schießen, das eine ruhige Hand erfordert, wieder hinderlich ist.

Schattner startete in seinem Lauf zusammen mit den Teilnehmern 40+ und begann mit einer Schießzeit von 23s ganz stark das Rennen. Beim Schwimmen und Laufen kämpfte er sich sogar bis in die Spitzengruppe vor. Jedoch schoss er beim zweiten und dritten mal nur Fahrkarten und vertrödelte so insgesamt 50s am Schießstand. Das kostete ihm jedesmal wieder Kraft, die Lücken zuzulaufen. Beim letzten Schießen hatte er aber wieder eine sichere Hand und ging schon nach 23 Sekunden zum Schwimmen. Bis dahin hatte sich schon ein Spitzentrio vorne abgesetzt, das Schattner nicht mehr einholen konnte. Da in diesem Trio aber nur ein Vertreter aus der Klasse 50+ befand, konnte sich der Rother Triathlet am Ende über den Vizeeuropameister freuen. Ebenfalls in der Klasse 50+ starteten die ehemaligen Fünfkämpfer Bernd Czarnietzki und Hans-Jörg Kuck. Auch sie waren von Anfang an gut dabei und als sie sahen, dass einer ihrer Nation schon ganz weit vorne landen würde, gaben sie noch einmal so richtig Gas. Kuck und Czarnietzki rannten noch auf Platz 6 und 7vor. Damit sicherte sich das Trio Schattner, Czarnietzki und Kuck mit dem knappen Vorsprung von einer Sekunde den Europameistertitel in der Mannschaft.

Am Sonntag wurden dann die Biathle-Wettkämpfe ausgetragen. Für die Teilnehmer der Klasse 50+ hieß das: 1200m laufen, 100m schwimmen und noch einmal 1200m laufen. Durch den engen Startbereich entstand zu Beginn des Rennens zwar ein Gedrängel und Geschubse, aber Schattner konnte sich dennoch durchsetzen und übernahm schon nach 200m die Spitze. Lediglich ein Brite konnte Schattners Tempo noch folgen. Aber spätestens mit seinen schnellen Wechseln und einer sehr starken Schwimmleistung machte Schattner alles klar. Mit großem Vorsprung ging er auf die zweite Laufstrecke und konnte so den Gesamtsieg dieser Altersklasse und den Europameistertitel kontrolliert nach Hause laufen. Im Ziel hatte er 42 Sekunden Vorsprung. Das reichte dann auch haushoch für den Titel in der Mannschaft, denn mit Bernd Czarnietzki und Markus Schu auf den Plätzen 7 und 9 hatte das Team Deutschland über eine Minute Vorsprung auf die starke Konkurrenz aus Großbritannien und Spanien.

Der Kampf nach dem Start um die besten Ausgangspositionen.

Noch wird Schattner von einem hartnäckigen Briten verfolgt …

… aber beim Schwimmen machte Schattner alles klar.

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